Sanierung der Fachwerkbereiche

Erneuerung der Fußschwellen und der unteren Fachwerkbereiche


Eiche ist eine sehr wetterbeständige Holzart. Dennoch sind die Fußschwellen häufig Schwachstellen, insbesondere wenn kein konstruktiver Schutz in diesem Bereich vorliegt. Die Fußschwellen von Fachwerkhäuser wurden auf eine Lage Findlinge bzw. großer Steine gelegt. Regenwasser konnte ablaufen. Es drang kaum Wasser in das Holz ein und die Fußschwelle konnte schnell trocknen.

Im Laufe der Zeit füllen sich die Zwischenräume mit Erde und Dreck. Wird so das Niveau der Fußschwelle erreicht, wird das Holz regelrecht getränkt und kann nur langsam trocknen. Zunächst Pilze und dann Schadinsekten können das geschwächte Holz dann angreifen und vollständig zerstören.

Betroffene Fachwerkelemente auf der südwestlichen Gebäudeseite.

Beim Truxhof liegen die Fußschwellen auf einem Streifenfundament aus behauenem Sandstein, wobei das Fundament zu den Außenwandflächen vorspringt. Die Fußschelle lag so zwar nicht im Schlamm (vgl. oben), Wasser konnte auf dem Vorsprung dennoch länger auf das Holz einwirken. 2008 waren so, aufgrund in der Substanz stark angegriffenen Fußschwellen, erste Setzungen feststellbar. 2009 wurden die gesamte Fußschwelle der Nord- und Südseite, sowie Teile des unteren Fachwerks erneuert.

Angrenzende Gefache entfernen

Dazu müssen alle angrenzenden Gefache entfernt werden. Mit Hilfe von Kurbelstützen, die unter dem ersten Riegel angesetzt werden, wird das Fachwerk abgestützt. In Abschnitten von etwa 6m (handelübliche Länge des Rohmaterials) wird die Schwelle ausgewechselt. Da üblicherweise auch die Zapfen der aufstehenden Ständer angegriffen sind, wird mit „falschem Zapfen“ gearbeitet. Die Schwelle erhält ein Zapfenloch, der Ständer eine Nut und es wird der „falsche Zapfen“ beidseitig statt nur auf Schwellenseite mit Holznägeln fixiert.

Schutz des Streifenfundaments mit Sandsteinriemchen

In Fall des Truxhof waren die Ständer auf einigen Zentimetern stark angegriffen. Um für die Zukunft konstruktiven Holzschutz zu gewährleisten, wurde in Abstimmung mit der Denkmalbehörde entschieden, auf das bestehende Streifenfundament eine 6cm starke, gegenüber der Schwelle 1cm zurückspringende Lage aus Sandsteinriemchen zu legen. So kann kein Wasser mehr stehen bleiben und die Schwelle ist optimal geschützt. Gleichzeitig wurde diese Höhe „gewonnen“ um die Ständer gesund zu schneiden. Anderenfalls hätte man jeden Ständer „anschuhen“ müssen, was neben erhöhtem Aufwand auch nicht gut aussieht.

Der Neuaufbau

Die Gefache wurden anschließend mit Lehmsteinen ausgemauert, mit Kalkputz versehen und Kalkfarbe gestrichen.

Wiederherstellung von vier Fenstern Nordseite Tenne.


Vier ursprüngliche Fensteröffnungen im Fachfachwerk sind als Gefach ausgeführt gewesen. Die Öffnungen wurde freigelegt und es wurden in den sich aus der Fachwerköffnung ergebenden Fensterrahmen Fensterflügel eingebaut. Es hat sich kein Schreiner gefunden, der sich in der Lage sah, dies so auszuführen. So musste der Eigentümer selber zum Fensterbauer werden.